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Garnelen

 

Zwerggarnelen


1.  Das Aquarium

Für die Haltung von den meisten Zwerggarnelen reichen schon kleinst Becken ab 12L Volumen aus.


Technik:

An Technik benötigt ein Garnelen Becken nicht viel. Auf einen Heizer kann verzichtet werden, wenn das Wasser durch die Umgebungstemperatur und die Beleuchtung auf ca. 24°C erwärmt wird.

Als Filter verwendet man am besten einen Lufthebefilter oder einen HMF (Hamburger Matten Filter)mit Luftheber, diese Filtertypen haben, im Garnelenaquarium den Vorteil das juvenile Garnelen nicht in den Filter kriechen können und dort zerhäckselt werden. Man kann aber auch normale Innen- bzw. Aussenfilter benutzen, diese müssen dann aber durch ein feines Netz oder z.B. einen Nylon-Damenstrumpf gesichert werden. Das Aquarium sollte immer abgedeckt sein, da man für diese kleinst Aquarien meist keine Abdeckung mit Leuchtstoffröhre bekommt, muss man improvisieren. Plexiglas scheiben haben sich als Abdeckung bewährt. Als Beleuchtung verwendet man in diesem Fall normale Schreibtischlampen.


Einrichtung:

Als Bodengrund kann entweder normaler Aquarien Kies oder Quarzsand verwendet werden.
Quarzsand hat den Vorteil das Detrius (Mulm), eine wichtige Nahrungsquelle für juvenile sowie auch für adulte Zwerggarnelen, nicht im Bodengrund verschwindet und somit für die Garnelen nicht mehr erreichbar ist.
Die Farbe des Bodengrundes sollte der Farbe der Garnelen angepasst sein, so bildet z.B. schwarzer Bodengrund und die rote Zwerggarnele Neocaridina denticulata sinesis var. red einen sehr schönen Kontrast.
Für Aquarien geeignete Wurzeln sind in einem Zwerggarnelen Aquarium ein muss. Auf den Wurzeln sind viele Mikroorgannismen vorhanden, welche von den Garnelen abgeweidet werden, diese stellen eine weitere wichtige Nahrungsquelle für die Garnelen da.

Weiterhin sollten in einem für Garnelen eingerichtetem Aquarium auch Laub und die Zapfen der Schwarzerle nicht fehlen, für das Aquarium ist Buchen- und Eichenlaub geeignet ausserdem das Laub des asiatischen Seemandelbaums (Terminalia catappa).

Ein Garnelen Aquarium sollte stark bepflanzt sein.
Vorteilhaft sind feingliedrige, anspruchslose Pflanzen, wie z.B.:

  • Javamoos (Vesiculara dubyana) 
  • Nixkraut (Najas guadalupensis) 
  • Wasserpest (Egeria densa) 
  • Mooskugeln (Cladophora aegagrophila)

 Aber auch Schwimmpflanzen wie:

  • Muschelblumen (Pistia stratiotes)
  • Froschbiss (Limnobium laevigatum) 
  • Teichlebermoos (Riccia fluitans).

Die Pflanzen bieten den Zwerggarnelen Schutz und Versteckmöglichkeiten.
Aquarien aus dem Zoofachhandel sollte man vor dem Bepflanzen ca. 2 Wochen wässern.


Für das Garnelenaquarium ungeeignete Pflanzen sind auf jeden Fall Anubien und Cryptocorynen, diese geben bei Beschädigung z.B. durch Rückschnitt, die für Garnelen giftige Oxalsäure ab. Auch Javafarn soll für Zwerggarnelen giftige Stoffe abgeben.


2. Wasserwerte und Wasserqualität

Die Wasserwerte spielen bei der Garnelenhaltung eine untergeordnete Rolle. Sie sind da sehr anpassungsfähig, als ideal haben sich aber Wasserwerte um den Neutralpunkt herausgestellt.
Die Wasserqualität ist dafür umso wichtiger. Zwerggarnelen reagieren extram empfindlich auf Nitrit (No2), Kupfer (Cu) und andere Schadstoffe.
Kupfer ist in vielen Medikamenten vorhanden, deshalb sollte in einem mit Wirbellosen besetzten Becken auf den Einsatz solcher Mittel verzichtet werden.

Futter:

Als Futter eignen sich alle Futtermittel welche an Aquarienfische verfüttert werden. Ausserdem lieben Zwerggarnelen Algen, das ist meist auch der Grund warum sie in Gesellschaftsbecken eingesetzt werden.

3. Arten:

Es gibt dutzende Garnelenarten, ich gehe hier nur auf die Zwerggarnelen ein, die häufiger im Handel erhältlich sind:

  • Caridina japonica: Die Amanogarnele, die Zwerggarnele welche wohl am häufigsten im Handel anzutreffen ist. Sie frisst Algen wie keine andere Garnele und wird ca. 5cm groß.
  • Caridina cf. babaulti ssp. „green“: Die grüne Zwerggarnele, ansprechend grün gefärbte Art. Endgröße ca. 3,5cm
  • Caridina sp. „Biene“: Die Bienengarnele, eine dreifarbig (orange, schwarz, weiß) gebänderte Garnele. Kann bis zu 3cm groß werden. 
  • Caridina sp. „Crystal Red“: Die Kristallrote Zwerggarnele ist eine sehr schöne rote Farbform der Bienengarnele. Wird max. 2,5cm groß. 
  •  Neocaridina denticulata sinesis: Die farblich sehr variable Rückenstrichgarnele wird ca. 2,5cm groß und vermehrt sich rasend schnell, weshalb sie auch den Namen Invasionsgarnele trägt. 
  • Neocaridina denticulata sinesis var. red.: Die rote Farbform der Rückenstrichgarnele hat viele Namen u.a. Red Cherry und Red Fire. Vermehrt sich ähnlich schnell und wird genauso groß wie die Normalform. 
  •  Caridina sp. „Tiger“: Die Tigergarnele, hat 5 Querstreifen, wird max 3,5cm groß.

4. Vergesellschaftung

Einige Zwerggarnelen können sich untereinander kreuzen, z.B. die Tigergarnele mit der Bienengarnele, es enstehen Hybriden, um das zu verhindern sollte man diese Garnelen nicht untereinander vergesellschaften.
Bei genügend großen Aquarien (ab 54L) kann man Zwerggarnelen auch mit einigen Fischarten zusammen halten. Die Fische sollten aber so klein sein, das sie die Garnelen nicht fressen können. An den Junggarnelen vergreift sich fast jeder Fisch, aber bei guter Bepflanzung kommen immer ein paar Jungtiere durch.

5. Zucht

Man unterscheidet bei den Zwerggarnelen zwischen zwei Fortpflanzungstypen. Nämlich zwischen dem spezialisierten und dem primitven Fortpflanzungstyp.
Zum primitven Fortpflanzunstypen gehört, von den oben aufgelisteten Garnelen, nur die Caridina japonica. Die Larven brauchen zur Entwicklung Brackwasser, in der Natur wandern sie aus den Flüssen in Richtung Küste um da eine gewisse Zeit zu verbringen und dann wieder zurück in die Flüsse zu schwimmen. Diese Wanderung im Aquarium nach zu stellen ist sehr schwer. Deshalb gelingt die Amanogarnelenzucht meist nicht.
Bei den Garnelen mit dem spezialisierten Fortpflanzungstypen gelingt die Zucht, wenn keine Fressfeinde vorhanden sind, fast wie von allein.

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