| Die L-Nummern sind ein Codesystem, welches eingeführt wurde, um neu importierte, nicht exakt identifizierbare Loricariiden (Harnischwelse) zu benennen.
Das "L" steht für "Loricariidae", die Nummer wird fortlaufend vergeben. Zwischen "L" und Nummer hat ein Leerzeichen zu bleiben.
Voraussetzung für den Erhalt einer L-Nummer ist die Vorstellung der Art in der DATZ ("Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift"). L-Nummern werden nur noch an ancistrine und hypostomine Loricariiden vergeben. Anfänglich bekamen auch loricariine Neueinführungen eine Nummer (L 10, L 53, L 62). In einigen Fällen wurden auch Nummern wieder eingezogen und neu vergeben, was regelmäßig für Verwirrung sorgt(e).
Mit der wissenschaftlichen Beschreibung einer Art ist die Codenummer theoretisch hinfällig. Praktisch wird sie zumindest bei häufig gehandelten Arten weiter genutzt.
Erfunden wurde das System von Rainer Stawikowski (Chefredakteur der DATZ), Arthur Werner (Inhaber der Firma transfish) und Uli Schliewen im Sommer 1988, nach dem eine große Anzahl unbeschriebener Harnischwelse neu importiert wurden. L 1 wurde inzwischen beschrieben und heißt Glyptoperichthys joselimai. Am 25. Februar 2004 gibt es 381 L-Nummern, die jedoch nicht für 381 Arten stehen, sondern auch für Fundortvarianten, einmalig auftretende Mutationen (L 98) und Ähnliches.
Ein ähnliches System wurde von der Zeitschrift "das Aquarium" eingeführt: die LDA-Nummern. Durch Konkurrenz von Verlagen, Autoren usw. kommt es häufig vor, daß Arten bzw. Varianten eine L- und LDA-Nummer bekommen. Für andere Fischgruppen wurden ebenfalls Codesysteme (zum Beispiel "CH" für haplochromine Cichliden des Victoriasees) entwickelt, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten.
Zur Identifikation gibt es mehrere Werke: Zum einen die jeweilige Ausgabe der DATZ (bzw. das Aquarium), zum anderen den Aqualog und das DATZ-Sonderheft "L-Nummern - Das Original". Auch in der aktuellen Auflage des Aqualog ("All L-Numbers) gibt es sehr viele Fehlidentifikationen, so dass das Werk nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann. Außerdem sind einige Arten nur als Zeichnung vorhanden, weil die Autoren keine Lebendexemplare zur Verfügung hatten. Die Pflegehinweise sind mit Vorsicht zu genießen. Das DATZ-Sonderheft enthält die Originalfotos der Vorstellung und ist deshalb zur Identifikation auf jeden Fall besser geeignet. Leider sind hier die LDA-Nummern nicht mit abgebildet.
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